Online-Handel mit Lebensmitteln ist Nische

Online-ShoppingNicht nur Hipster schoppen online. (Foto: Unsplash)

93 Prozent der deutschen Verbraucher haben in den letzten 12 Monaten online eingekauft. Doch ihre Lebensmittel bestellen nur wenige im Internet.

Online-Shopping ist bei Weitem keine Neuheit in Deutschland, aber der Anteil der Deutschen, die online einkaufen, scheint nun neue Höhen erreicht zu haben. Neue Forschungserkenntnisse von Mintel zeigen, dass 93 Prozent der deutschen Verbraucher in den letzten 12 Monaten online eingekauft haben. Zudem scheint es, als hätte die Lust am Online-Shopping nun auch die älteren Zielgruppen gepackt: 90 Prozent der über 55-jährigen Teilnehmer der Mintel Studie gaben an, im vergangenen Jahr online eingekauft zu haben.

Mintel sagt voraus, dass obwohl der Markt weiter wachsen wird, eine Sättigung eintreten wird und sich das Wachstum im Online-Einzelhandel in den nächsten Jahren etwas verlangsamen wird. Verkaufszahlen im Jahr 2017 werden laut dem Forschungsunternehmen 58,5 Milliarden Euro erreichen, was 10,8 Prozent des gesamten Einzelhandelsmarktes entspricht. Längerfristig steht dem Online-Einzelhandel in Deutschland weiteres, wenn auch langsameres Wachstum bevor.

Obwohl der Großteil der Deutschen bereits online einkauft, ist der Anteil demnach von Verbrauchern, die ihre Lebensmittel über das Internet bestellen, nach wie vor sehr gering. Nur 6 Prozent der Deutschen gaben in einer Mintel-Umfrage an, dass sie augenblicklich mehr Lebensmittel online einkaufen. In anderen Ländern fiel diese Zahl größer aus: 14 Prozent der Spanier und 12 Prozent der Franzosen gaben an, mehr Lebensmitteleinkäufe über das Internet zu tätigen.

“Trotz vielversprechender Neuerungen im Bereich des Online- Lebensmittelhandels in Deutschland, wie zum Beispiel Amazon Fresh, gibt es einige Gründe, warum der Online-Lebensmittelmarkt in Deutschland hinter vergleichbaren Nachbarländern zurückbleibt“, sagt Thomas Slide, Einzelhandel Analyst bei Mintel. Discounter hätten eine besonders dominante Position in Deutschland und Verbraucher tendierten dazu, oft und dafür wenig auf einmal zu kaufen.

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