Philosoph Precht wirbt für Kunstfleisch

Richard David PrechtRichard David Precht auf dem Meat Vision Day in Frankfurt. (Foto: Kemal Calik)

Der Philosoph Richard David Precht prognostiziert, dass im Labor gezüchtetes Fleisch in zwanzig Jahren die Fleischproduktion dramatisch verändern wird.

„Sie sind in einer Situation ungefähr so wie im 19. Jahrhundert“, sagte der Philosoph Richard David Precht auf dem Meat Vision Day, veranstaltet von den Fachzeitschriften Allgemeine Fleischerzeitung (afz) und Fleischwirtschaft. Die Sattelmeister, Hufschmiede und Wagner hätten sich in dieser Zeit nicht die geringsten Sorgen machen müssen. „Zwanzig Jahre später schon“, so Precht. Und fünf Jahre später hätte es sie nicht mehr gegeben.

Der Fleischindustrie stehen große Veränderungen bevor, sagte der Denker und ist sich sicher, dass die Massenproduktion zu Billigpreisen keine Zukunft hat. Der Philosoph rechnet damit, dass künstlich erzeugtes Fleisch (In-vitro-Fleisch) in rund zwanzig Jahren die Fleischproduktion dramatisch verändern wird. Für das Fleisch werden Stammzellen von einem Rind entnommen und zu Muskelfasern herangezüchtet. Zwar würde dieses Kunstfleisch noch nicht so gut schmecken, aber das würde man schon hinkriegen.

Wenn das Fleisch dann aus dem Labor kommt, könnte Massentierhaltung ebenso Geschichte sein wie das Welternährungsproblem, so Precht. Zudem müsse für das Produkt kein Tier sterben.

Print Friendly