Reiselust der Deutschen nimmt zu

TürkeiDie Türkei punktet bei den deutschen Urlaubern mit günstigen Preisen. (Foto: Ahmet Sali / Unsplash)

Die deutsche Reisebranche erwartet ein starkes Jahr. Griechenland boomt. Türkei ist wieder ein begehrtes Reiseziel – und ist dennoch von alten Hochzeiten noch weit entfernt. 

Die Deutschen sind in Urlaubslaune. Im Reisevertrieb sorgt die starke Nachfrage derzeit für ein beachtliches Umsatzwachstum: Die kommende Sommersaison 2018 weist insgesamt ein Plus in Höhe von 18 Prozent auf. Enthalten sind hier alle bis Ende Januar 2018 in stationären Reisebüros und online auf den klassischen Reiseportalen gebuchten Urlaubsreisen (überwiegend Pauschalreisen), teilen die Konsumforscher der GfK mit. Das aktuelle Wachstum ist demnach in erster Linie auf eine höhere Anzahl an Buchungen (plus 16 Prozent) zurückzuführen – höhere Urlaubsausgaben (durchschnittlich plus 2 Prozent) spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Griechenland ist für den Sommerurlaub 2018 sehr gefragt. Nach einem wachstumsstarken Vorjahr erreicht Griechenland erneut hohe zweistellige Zuwachsraten und ist damit zum aktuellen Zeitpunkt sogar beliebter als die Balearen.

Nachdem in den letzten zwei Jahren immer weniger Deutsche ihren Urlaub in der Türkei verbrachten, ist dieses Reiseziel wieder etwas mehr im Kommen: Im Vergleich zum Vorjahr haben sich zum aktuellen Buchungsstand sowohl die Buchungszahlen als auch die Urlaubsumsätze für den Sommer 2018 verdoppelt. Zu alter Stärke findet die Türkei trotz der zunehmenden Nachfrage aber noch nicht: Griechenland-Urlaube verzeichnen aktuell ein mehr als doppelt so hohes Umsatzvolumen. Vor dem Rückgang der Buchungszahlen für Türkei-Urlaube war dieses Verhältnis genau umgekehrt. „Trotz zunehmender Nachfrage ist die Türkei von alten Hochzeiten noch weit entfernt“, sagte GfK-Expertin Dörte Nordbeck auf der Pressekonferenz in Frankfurt. Der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, betonte, dass die Türkei über ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis verfüge und es schon daher nur wenig Alternativen für deutsche Urlauber gebe.

USA verliert, Nordafrika gewinnt

An ein gutes Vorjahreswachstum können die nordafrikanischen Urlaubsländer Ägypten, Tunesien und Marokko sowie Bulgarien anknüpfen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate werden vom deutschen Urlauber verstärkt nachgefragt. Die USA bleiben zwar das wichtigste Fernreiseziel im deutschen Markt, im Reisevertrieb sind für die Sommersaison 2018 aber starke Rückgänge ( minus 20 Prozent) bei den Buchungsumsätzen zu verzeichnen. Überdurchschnittlich hohe Zuwächse sind im Fernreisebereich dagegen vor allem für Mauritius, Kenia, die Seychellen und Südafrika zu beobachten.

Im Jahr 2017 haben die Deutschen 155,8 Millionen Urlaube und Privatreisen unternommen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von vier Prozent. Die Auslandsreisen sind mit einem Plus von sechs Prozent auf 69,1 Millionen dabei noch stärker gewachsen als die Reisen im Inland ( plus 3 Prozent).

Gemessen an den Ausgaben verzeichneten Badeferien (plus 14 Prozent) und Städtereisen (plus 12 Prozent) im Jahr 2017 das größte Wachstum.

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