Rindswürstchen: Aldi Süd testet Halal-Eigenmarke

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Foto: ISO Republic

Mit der neuen Eigenmarke „Delisia“ nimmt Aldi Süd Halal-Würstchen ins Sortiment. Im Test ist auch die Sucuk-Wurst einer deutschen Herstellermarke.

Ein großes Versprechen. „100 % Halal“ steht auf der Dosenetikette der Rindswürstchen, die Aldi Süd seit Anfang Januar dieses Jahres verkauft. Seit Oktober 2019 testet der Discounter in ausgewählten Regionalgesellschaften ebenso die türkische Sucuk-Wurst der Herstellermarke Yayla.

Während deutsche Lebensmittelhändler wie Edeka, Rewe, Lidl und Real seit Jahren mit Halal-Produkten um muslimische Konsumenten buhlen, ist Aldi Süd spät in den Halal-Markt eingestiegen. Warum jetzt? „Mit dem Angebot reagieren wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden in den jeweiligen Regionen, in denen wir den Test durchführen“, sagt Aldi-Süd-Sprecherin Carolin Kunsleben gegenüber HALAL-WELT. Sie würden die Kundennachfrage genau beobachten und danach entscheiden, ob die Produkte ins Standardsortiment aufgenommen werden. Auch das Angebot weiterer Halal-Produkte sei möglich.

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Eigenmarke: Halal-Rindswürstchen von Aldi Süd. (Foto: Kemal Calik)

Sowohl die Halal-Rindswürstchen als auch die Sucuk des Krefelder Unternehmens Yayla wird von der Zur-Mühlen-Gruppe (ZMG) produziert. Die Gruppe gehört Tönnies, dem größten Fleischproduzenten in Deutschland. „Die Zur-Mühlen-Gruppe beliefert uns seit Jahren zuverlässig mit Fleisch- und Wurstwaren“, berichtet Kunsleben. „Deshalb haben wir uns entschieden, die steigende Nachfrage nach Halal-Produkten durch ein uns vertrautes und halal-zertifiziertes Unternehmen zu bedienen.“ ZMG verfüge über eine konzerneigene Rohstoffversorgung. „Dies garantiert uns ein hohes Maß an Produktsicherheit, durchgehende Transparenz und Versorgungssicherheit in allen Prozessschritten“, erklärt die Sprecherin.  

Die Betriebe der Zur-Mühlen-Gruppe werden durch den Zertifizierer Halal-Europe aus Aachen kontrolliert. „Dieser arbeitet nach internationalen Halal-Standards, welche eine kontrollierte Betäubung zulassen“, sagt Kunsleben. Sprich: die Schlachtung erfolgt ausschließlich mit Betäubung. Der Zertifizierer würde auch sämtliche Halal-Zertifikate aller ZMG-Fleischlieferanten kontrollieren. Zusätzlich würden die durch die Gesetzgebung vorgeschriebenen deutschen sowie europäischen Tierschutz-Bestimmungen gelten. „Diese werden ausnahmslos berücksichtigt.“

Aldi Süd: Alle Rohstoffe werden einer Halal-Zertifizierung unterzogen

Nach welchen religiösen Kriterien überprüft Halal Europe die Einhaltung von Halal-Richtlinien im Produktionsprozess und greift das Pivatunternehmen dabei auf anerkannte globale Halal-Standards wie Jakim (Malaysia), MUI (Indonesien) oder SMIIC (Halal-Standard der islamischen Länder in der OIC) zurück? „Als Gründungsmitglied des internationalen World Halal Councils arbeitet Halal-Europe nach den dort festgelegten Standards“, erklärt Kunsleben. Mitglieder des World Halal Council sind rund 25 global tätige Zertifizierer, neben Halal Europe etwa auch Gimdes aus der Türkei. Der größere Zertifiziererrat mit weitaus mehr Mitgliedern ist jedoch der World Halal Food Council.

Keine Werbung für Halal-Testartikel

Wie sichert der deutsche Discounter die Qualitäts- und Halal-Standards bei seinen Halal-Produkten ab? „Alle Rohstoffe werden vor dem Einsatz in der Produktion einer Halal-Zertifizierung unterzogen“, sagt die Sprecherin. Dazu würden zum Beispiel Gewürze, Starterkulturen, Därme und alle anderen Inhaltsstoffe zählen. Weiterhin seien Additive und Hilfsstoffe halal-zertifiziert, um den Halal-Status nicht zu gefährden.

TV-Spots, Print-Anzeigen, digitale Werbung, Social-Media-Maßnahmen oder Influencer-Marketing: Aldi Süd macht derzeit keine Werbung für die Halal-Produkte. „Es handelt sich bisher um Testartikel“, sagt Carolin Kunsleben.