Schlechte Zahlungsmoral in Asien

AsienUnternehmen in Asien überschreiten Zahlungsfristen. (Foto: Unsplash)

Die Zahlungsmoral in der Asien-Pazifik China verschlechtert sich weiter. Vor allem die ultralangen Überziehungen nehmen deutlich zu.

Zwei von drei Unternehmen (63 Prozent) in der Region Asien-Pazifik haben im vergangenen Jahr Zahlungsverzögerungen erlebt. Das ist ein Ergebnis einer Zahlungsstudie des Kreditversicherers Coface in neun Ländern. Dabei nahmen die ultralangen Überziehungen deutlich zu. 120 Tage und länger als vereinbart mussten 16,5 Prozent der Unternehmen demnach auf ihr Geld warten, im Jahr zuvor waren es 12,5 Prozent.

Die längsten Verzögerungen erlebten Unternehmen in China und Indien, am schnellsten bezahlt wurden Unternehmen in Malaysia, Taiwan und Japan. Bei den Branchen beklagten der Energie- und der Bausektor die höchsten Anteile an Überziehungen über 90 Tage.

Als Hauptgründe für Zahlungsverzögerungen gaben die etwa 3000 auf die Fragen antwortenden Unternehmen aus China, Indien, Malaysia, Hong Kong, Japan, Australien, Singapur, Taiwan und Thailand finanzielle Probleme der Abnehmer aufgrund des verstärkten Wettbewerbs und Margendrucks an. Oft steht das in Verbindung mit mangelnden Finanzreserven.

Coface fragte neben den Zahlungserfahrungen auch nach der Einschätzung, wie sich die Wirtschaft in der Region 2018 entwickeln werde. Hier herrscht Optimismus vor: 68 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sich das Wirtschaftswachstum in Asien-Pazifik sogar noch verbessern wird. Auch bei den Vertriebs-, Finanz- und Risikomanagern überwiegen positive Erwartungen. 47 Prozent gaben an, dass sich 2017 die Absatzzahlen verbessert hatten, 55 Prozent erwarten das für das laufende Jahr. Identisch der Verlauf und die Erwartungen beim Cash Flow: Bei 46 Prozent hatte sich die Liquidität 2017 verbessert, 53 Prozent gehen davon aus, dass dies auch 2018 so sein wird.

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