Schulessen: Verband kritisiert Ernährungsminister

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Ulrike Arens-Azevedo.Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und Ulrike Arens-Azevedo. (Foto: BMEL/photothek.net/Michael Gottschalk)

Ernährungsminister Christian Schmidt hat eine Qualitätsoffensive für das Schulessen angekündigt. Kritiker halten sie für ein kostspielige Werbekampagne. Der Minister würde die Verantwortung den Eltern zuschieben.

Bundesernährungsminister Christian Schmidt hat die bundesweite Kampagne „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ gestartet. Sie soll Eltern dabei unterstützten, sich für die Verbesserung des Schul- und Kitaessens einzusetzen. Das geschieht mittels eines Webportals mit umfangreichen Infomaterialien, einer Elternbroschüre, Postern und Postkarten.

„Mal wieder eine Initiative, die nicht bereit ist Geld in das System zugeben und die die Verantwortung nun an die Eltern abgibt“,  sagt Michael Polster, Vorsitzender des Deutschen Netzwerks für Schulverpflegung (DNSV). Die Qualität der Kita- & Schulverpflegung sei mangelhaft. „Ernährungsminister Schmidt und die Bundesregierung müssen endlich für gesetzliche Qualitätsstandards sorgen und dafür die notwendigen Mittel bereitstellen“, so Polster.

Das DNSV fordert, dass der Bund eine gebührenfreie Essensversorgung für alle Kinder und Jugendliche in Schulen und Kindertageseinrichtungen sicherstellt. Das könne er durch die Übernahme der Kosten im Rahmen der Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen sowie für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen im Rahmen der öffentlichen Fürsorge bewirken.

Auch Politiker kritisieren die Initiative von Minister Schmidt. Für die Grünen-Verbraucherschutzpolitikerin Nicole Maisch ist die Qualitätsoffensive eine „Luftnummer“. Der Minister würde die Verantwortung den Eltern zuschieben, anstatt selbst verbindliche Schritte einzuleiten.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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