Schweiz: Marktchancen in den Emiraten

Vittoria HengartnerVittoria Hengartner spricht über den VAE-Markteintritt. (Foto: Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft)

Wie groß sind die Halal-Marktchancen für Schweizer Firmen und welche Hürden sind in den Arabischen Emiraten zu überwinden, diesen Fragen widmete sich eine hochkarätig besetzte Konferenz.

Das Schweizer Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft hatte gemeinsam mit dem Zertifizierer Halal Certification Services aus Rheinfelden (Schweiz) zur fünften Auflage der Veranstaltungsreihe Märkte, Partner, News eingeladen. Der Fokus lag auf den Marktpotentialen, die die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) der Schweizer Ernährungswirtschaft bieten. Zudem wurde über die Hürden, die es für die Unternehmen zu überwinden gilt, diskutiert.

Molkerei Biedermann

Rundgang in der Molkerei Biedermann. (Foto: Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft)

„Die Nachfrage nach Halal-Lebensmitteln steigt nicht nur seitens muslimischer Konsumenten – Halal-Produkte erfreuen sich steigender Nachfrage bei gesundheitsbewussten Konsumenten weltweit“, so Frank Burose, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Ernährungswirtschaft auf der Konferenz.

Rolf Roniger von der Beratungsfirma Roniger & Partner beschrieb die VAE als eine stark wachsende Volkswirtschaft mit einer jungen und konsumbereiten Bevölkerung. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind günstig bezüglich tiefem Importzoll von fünf Prozent, einem günstigen Mehrwertsteuersatz von fünf Prozent und politischer Stabilität, was dieses Land als zentraler Handelsplatz für ganze Golfregion begünstigt“, sagte der Unternehmer. Gleichzeitig ergänzte Roniger, dass der Markteintritt in den VAE eine langfristige und stringente Expansionsstrategie basierend auf einer klaren Produktpositionierung (Herkunft Schweiz und Premium Qualität) voraussetzt.

Ausdauer und Geduld gefragt

Therese Puetz, Karavan Management Consulting in Dubai, stellte fest, dass die Arabische Emirate systematisch dabei sind, Dubai zur „Hauptstadt der globalen islamischen Wirtschaft“ und als globale Drehscheibe für den Handel und die Logistik von Halal-Produkten aufzubauen. Die Expertin sieht grosse Chancen für Schweizer Halal-Produkte. „Diesen würde nicht nur der Markt der VAE offenstehen, ihre Qualität wird sicherlich in Halal-Märkten international geschätzt. Interessierte Exporteure sollten sich jedoch der etwas komplexeren Regularien bewusst sein und sich von Experten mit lokalem Know-how unterstützen lassen.“

Therese Puetz, Karavan Management Consulting

Therese Puetz, Karavan Management Consulting. (Foto: Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft)

Nicht entmutigen liess sich Vittoria Hengartner von der Praliné Scherrer GmbH aus St.Gallen. Das Unternehmen exportiert seit 2017 Praliné und Truffes nach Dubai und Abu Dhabi. „Der Weg dahin war nicht einfach aber spannend“, berichtete die Unternehmerin. Fünf wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markteintritt sieht Hengartner als essentiell an: Ausdauer, Begeisterung, Liebe zum Detail, Emotion sowie viel Geduld.

Ruedi Hochstrasser stellte die Molkerei Biedermann AG aus Bischofszell vor: Zunächst in seinem Vortrag und danach auf einem Rundgang durch die Produktion. Dabei wurden gemeinsam Ideen entwickelt, mit welchen Produkten die Milchverarbeiterin auf dem Halal-Markt erfolgreich sein könnte. Bislang hat die Molkerei Biedermann erst einige wenige halal-zertifizierte Produkte auf dem Markt, insbesondere auch für ausländische Kunden.

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