„Seien Sie ein guter Händler“

Ali UyanikAkyurt-Chef Ali Uyanik spricht in Mannheim über den Erfolg im Einzelhandel. (Foto: Kemal Calik)

Die türkischen Supermärkte in Deutschland haben einen Konzentrationsprozess hinter sich. Es gibt heute wenige kleine Gemüsehändler und mehr regionale Filialbetriebe. Um erfolgreich zu sein, müssen sich die türkischen Lebensmittelgeschäfte ständig erneuern, sagt der Chef einer Supermarktkette aus der Türkei.

„In Mannheim leben 176 Nationen, all diese Menschen sind ihre Kunden. Konzentrieren sie sich nicht nur auf die Türken“, sagte Ali Uyanik, Vorstandsvorsitzender der Supermarktkette Akyurt in der Türkei, auf einem Lebensmittel-Symposium in Mannheim. Eingeladen hatte das Deutsch-Türkische Institut für Arbeit und Bildung und der Verband Türkischer Unternehmer Rhein-Neckar.

Die Einzelhändler in der Türkei hätten bisher die Händler aus dem Ausland imitiert. Er plädiert jedoch für mehr eigenständige türkische Geschäftsformate, die sich von den ausländischen Formaten unterscheiden. „Kennen Sie in Deutschland einen einzigen deutschen Einzelhändler, der ein türkisches Format imitiert hat“, fragte er die Zuhörer. Schweigen.

Teilnehmer Mannheim

Teilnehmer des Symposiums in Mannheim

Der Geschäftsmann unterscheidet zwischen einem guten und schlechten Händler. Gute Händler sollten beispielsweise kundenzentriert sein und mit wenig Kosten den maximalen Ertrag erzielen. Zudem würden sie das Land, in dem sie ihre Geschäfte machen, gut kennen – jedoch das Business an lokale Begebenheiten anpassen.

Umsatz: Russen überrunden Türken

„Heute sind die Märkte gesättigt, das Verbraucherverhalten ändert sich, die Produkte sind ähnlich, die Preise gehen runter und der Wettbewerb unter den Händlern nimmt zu“, erläuterte Uyanik. Dennoch sollte man sich nicht entmutigen lassen. Für den Erfolg sei es nicht entscheidend, dass ein Händler immer mehr Umsatz mache. Die wichtigste Voraussetzung sei es, sich entsprechend den Zeiten zu erneuern.

Aktuell würden die türkischen Händler in Deutschland einen Gesamtumsatz von 14 Milliarden Euro vorweisen und seien doch längst von den Russen mit einem Umsatz von 17 Milliarden Euro überholt worden – obwohl die Türken eigentlich 30 Jahre vor den Russen in den Markt eingestiegen seien.

Ali Uyanik rät türkischen Einzelhändlern zur Entwicklung eigener Formate. Sie sollten ihre Vorteile kennen und lokal zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für die deutschen Supermärkte werden. Um den Händlern Mut zu machen, „drohte“ er ihnen mit der Eröffnung eines Supermarkts in Mannheim. „In diesem Laden werde ich täglich 50.000 Euro umsetzen“, prognostizierte der Geschäftsmann selbstbewusst.

Imagefilm der Supermarktkette Akyurt

 

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.