Skandal um Gammelfleisch in Brasilien

HühnerfleischFleischskandale erschüttern das Vertrauen der Verbraucher. (Foto: Alex Munsell / Unsplash)

Ein Gammelfleischskandal erschüttert Brasilien. Produzenten haben offenbar jahrelang verdorbenes Fleisch exportiert. Das Land ist auch ein wichtiger Exporteur in muslimische Länder.

Die größten Fleischproduzenten Brasiliens sollen über Jahre verdorbenes und teils mit krebserregenden Mitteln behandeltes Rindfleisch verkauft haben. Hühnerfleisch wurde gestreckt. Das berichtet „Der Tagesspiegel“. Ob und wie viel davon ins Ausland exportiert wurde, sei unklar.

Bekannt geworden sei der Skandal vergangenen Freitag. Brasiliens Bundespolizei habe die Büros, Schlacht- und Kühlhäuser von 40 Firmen an rund 200 verschiedenen Orten durchsucht. Bisher sollen mehr als 30 Personen festgenommen und drei Produktionstätten geschlossen worden sein.

Die Polizei gehe davon aus, dass die Unternehmen Fleisch, dessen Haltbarkeitsdatum abgelaufen war, neu verpackten. Sie hätten dabei nicht zugelassene Stoffe eingesetzt, um Geruch und Aussehen zu manipulieren. Darunter Sorbinsäure und Ascorbinsäure. Zu den verdächtigten Betrieben soll JBS, der weltgrößte Verarbeiter von Rindfleisch, und der Großkonzern BRF Foods gehören. Um das Gewicht von Hühnerfleisch zu erhöhen, sollen Firmen Wasser, Kartoffelpaste und gemahlene Pappe eingesetzt haben. Das Unternehmen BRF bestreite den Einsatz von Pappe.

Der Fleischgigant BRF hatte vor einigen Monaten den größten türkischen Geflügelhersteller Banvit übernommen und im Zuge seiner Expansionsstrategie in muslimische Länder eine neue globale Halal-Tochter gegründet.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.

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