Terrorangst: Europäer machen mehr Städtereisen

Urlaub in AmsterdamWegen Terrorangst: Immer mehr Europäer buchen Städtreisen oder bleiben daheim. (Foto: Wim Peters / Unsplash)

Die Angst vor Terroranschlägen beeinflusst die Reisegewohnheiten der Europäer. Die Zahl der Strandurlaube stagniert, Städtereisen nehmen zu. Besonders beliebt sind Besuche bei Verwandten und Freunden.

Europäer haben ihre Reisegewohnheiten dieses Jahr zugunsten sicherer Destinationen geändert. Die Zahl der Strandurlaube stagnierte dabei, während Städtereisen anstiegen, meldet die ITB Berlin. Demnach stiegen Auslandsreisen von Europäern laut den Zahlen des World Travel Monitors in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 2,5 Prozent an. Auslandsreisen zu Zielen innerhalb Europas verzeichneten Zuwächse von drei Prozent, da Reisende die Nähe ihres Heimatlandes bevorzugten.

Die Anzahl der Reisen aus Europa nach Asien nahm um nur zwei Prozent zu, wohingegen Reisen nach Amerika um ein Prozent zurückgingen. Mit jeweils sieben Prozent verzeichneten Polen und Irland das höchste Wachstum bei Auslandsreisen. Großbritannien, die Niederlande, Spanien und Dänemark legten um sechs Prozent zu, während Auslandsreisen aus Deutschland um vier Prozent anstiegen.

Die Zahl der europäischen Urlaubsreisen wuchs um moderate zwei Prozent. Mit einem Plus von zehn Prozent erfreuten sich Besuche bei Verwandten und Freunden sowie sonstige Privatreisen ins Ausland wachsender Beliebtheit.

Spanien gewinnt, Deutschland wächst schwach

Veränderungen gab es gemäß den Zahlen des World Travel Monitors bezüglich der Urlaubsarten, die Europäer zwischen Januar und August 2016 bevorzugten. Die Zahl der Strand- und Badeurlaube blieb gleich, während Rundreisen einen Rückgang von fünf Prozent verzeichneten. Städtereisen stiegen hingegen um 15 Prozent. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Reise lagen wie auch im Vorjahr bei 910 Euro.

Seit Jahresbeginn haben europäische Destinationen die Schwankungen zu spüren bekommen, die aus Veränderungen im Reiseverhalten resultieren. Mittelmeerländer wie Spanien oder Portugal begrüßten mehr Touristen aus dem Ausland und auch Großbritannien durfte sich aufgrund des schwachen Pfunds über einen Anstieg von über acht Prozent bei den internationalen Besucherzahlen freuen.

Hingegen generierten touristische Schwergewichte wie Italien, Griechenland und Deutschland ein vergleichsweise schwaches Wachstum von ein bis drei Prozent. Des Weiteren mussten dieses Jahr nach Terroranschlägen die Türkei, Frankreich und Belgien Einbußen hinnehmen. Außerdem nahmen Reisen aus Asien nach Europa um ein Prozent ab, so die aktuellen Zahlen des World Travel Monitors.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.