Textilbündnis: Zähes Ringen um faire Mode

ModeWurden diese Kleider ökologisch und fair produziert? (Foto: Pujohn Das / Unsplash)

Für den Entwicklungshilfeminister Gerd Müller ist das Textilbündnis eine Erfolgsgeschichte. Kritiker halten den Ansatz für untauglich, da die Vereinbarungen freiwillig seien. Nun geht es in die nächste Etappe.  

Minister Gerd Müller (CSU) hatte vor zwei Jahren das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ gestartet. Es soll die Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern verbessern. Mit inzwischen 188 Mitgliedern, das sind 55 Prozent des deutschen Einzelhandels setze das Textilbündnis „ein starkes Signal“, sagte der Spitzenpolitiker in Berlin.

Nun soll die nächste Etappe folgen. Um ihre Ausgangslage festzustellen, müssen alle Mitglieder zunächst bis Ende Januar 2017 Schlüsselfragen beantworten, beispielsweise zur Verwendung von Naturfasern, dem Einsatz von Chemikalien oder der Förderung existenzsichernder Löhne in den Fabriken. Die Veröffentlichung der Roadmaps ist im ersten Jahr freiwillig.

„Nachhaltigkeit gibt es nicht zum Nulltarif. Wenn wir Menschen für ihre Arbeit gerecht entlohnen und unseren Dreck nicht ungefiltert in die Umwelt entlassen wollen, kostet das“, betonte Claudia Kersten, Direktorin Marketing und Finanzen des Global Organic Textile Standard (GOTS). Diese Kosten müssten ins Produkt eingerechnet werden, was durch die Einhaltung von strengen Nachhaltigkeitsstandards mit unabhängiger Zertifizierung gewährleistet sei.

„Wenn jedes der Mitglieder im Textilbündnis sich 14 Ziele setzt, dann haben wir Ende 2017 mehr als 2.500 einzelne Verbesserungen der Lebens- und Arbeitssituationen der Menschen in den Produktionsländern erreicht“, sagte Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. „Das nenne ich einen Erfolg!“

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.