Türkei: Deutsche Wirtschaft befürchtet Exporteinbrüche

lkwsKünftig könnten weniger Lkws zwischen Deutschland und der Türkei unterwegs sein. (Foto: Nigel Tadyanehondo / Unsplash)

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Türkei. Aufgrund der politischen Spannungen zwischen den beiden Ländern rechnet die deutsche Wirtschaft mit massiven Einbrüchen bei den Exporten.

„Wir müssen mit deutlichen Einbrüchen bei den Exporten rechnen, wenn die im Raume stehenden Maßnahmen umgesetzt werden, und auch die Investitionen werden darunter weiter leiden“, sagte ein Sprecher des Außenhandelsverbands BGA in Berlin. In der derzeitigen Lage könne man keinem Unternehmen dazu raten, Investitionen zu tätigen. „Das ist schon eine Eskalation, wie wir sie uns nicht haben vorstellen können und bitter für alle Beteiligten“, so der Sprecher.

„Jedoch kommt der deutsche Außenhandel auch nicht ins Wanken, wenn der Handel mit der Türkei wegfällt. Bei den Exporten stand sie 2016 mit etwas knapp 22 Milliarden Euro auf Platz 15, bei den Importen mit 15,4 Milliarden Euro auf Platz 16“, erklärte der BGA-Sprecher.

Hauptexportgüter in die Türkei sind demnach Kfz und -Teile, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Importseitig sind es vor allem Textilien und Bekleidung, gefolgt mit großem Abstand von Kfz und -Teilen, Maschinen und Nahrungsmitteln. Europa ist der wichtigste Abnehmer von türkischen Waren. Und unter den EU-Ländern ist Deutschland wiederum der wichtigste Handelspartner.

„Gerade weil es völlig offen ist, wohin die Türkei geht, ist es auch wichtig, dass die deutschen Unternehmen mit ihren Partnern in Kontakt bleiben. Selbstverständlich gilt aber auch hier gegebenenfalls das Primat der Politik, betonte der Sprecher.

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