Türkei fordert einheitlichen Halal-Standard

Nihat ZeybekciNihat Zeybekci, Wirtschaftsminister der Türkei auf dem World Halal Summit in Istanbul. (Foto: Kemal Calik)

Die Türkei macht sich für den SMIIC-Halal-Standard weltweit stark. Die muslimischen Länder müssen zu 100 Prozent die Regeln bestimmen, sagte der türkische Wirtschaftsminister Zeybekci auf dem World Halal Summit in Istanbul.

„Wir haben kürzlich die Halal-Akkreditierungsagentur HAK gegründet“, sagte der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci bei der Eröffnung des World Halal Summit und der OIC Halal Expo in Istanbul. Die Institution werde mit ihrer Arbeit gegen Ende dieses Jahres starten.

Die Türkei wolle einen einheitlichen Halal-Standard weltweit und habe dafür die technischen Standards, die Experten und das Wissen. Das Land biete seine Erfahrung und Kenntnisse der islamischen Welt an. Auch andere muslimische Länder sollten eine Akkreditierungsagentur wie die Türkei gründen, so Zeybekci.

Es gebe den SMIIC-Halal-Standard der OIC-Länder. HAK werde sich ausschließlich an diesem Standard orientieren. SMIIC habe bis dato 36 Mitglieder, sämtliche OIC-Länder müssten Mitglied sein. „Lassen Sie uns unter dem SMIIC-Dach versammeln“, so der Spitzenpolitiker. Falls diese Vorschrift nicht ausreiche, könnten sich die Experten immer wieder zusammensetzen und sie entsprechend den Bedürfnissen aktualisieren. „Wir werden einen gemeinsamen Weg finden. Ansonsten bauen wir eine neuen Weg“, sagte der Minister.

„Für die 1,8 Milliarden Muslime produzieren die 57 muslimischen Länder, die in der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) Mitglied sind, nur 20 Prozent der Halal-Lebensmittel“, kritisierte Zeybekci in seiner Rede die Länder. Die Staaten könnten zwar nicht zu 100 Prozent alles selbst herstellen, aber der Anteil ließe sich durchaus erhöhen.

Aufruf zur SMIIC-Mitgliedschaft

Allerdings müssten die muslimischen Länder zu 100 Prozent bestimmen, ob ein Nahrungsmittel als halal oder haram einzustufen sei. Sie müssten die Standards festlegen, die Zertifizierungen durchführen und ein Akkreditierungssystem aufbauen. Und niemand sonst. Die Muslime müssten bei Themen, die sie betreffen, ihre Regeln festlegen. „Andernfalls werden die nachfolgenden Generationen uns zur Rechenschaft ziehen“, betonte Zeybekci.

Das Normeninstitut SMIIC habe festgeschrieben, dass sämtliche Halal-Akkreditierungsagenturen muslimisch sein müssen. „Ein richtige Entscheidung“, findet der Minister. „Die nichtmuslimischen Länder sind nicht unsere Feinde, aber warum in Herrgotts Namen sollen sie die Halal-Akkreditierung durchführen.“

„HAK wird hauptsächlich für die Akkreditierung von Zertifizierern zuständig sein“, sagte Zafer Soylu vom türkischen Wirtschaftsministerium  auf dem Kongress. Zudem werde sich die Institution um die gegenseitige Anerkennung von Dokumenten kümmern und SMIIC gegenüber anderen Organisationen vertreten. Geplant sei auch, dass die Agentur wissenschaftliche Forschungen betreibt, Seminare und Kongresse veranstaltet.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.