Türkei plant Feriendörfer für arabische Touristen

TürkeiDie Türkei setzt in der Krise auf arabische Touristen. (Foto: Mahir Uysal / Unsplash)

Immer mehr arabische Touristen besuchen die türkische Städte Istanbul, Bursa, Trabzon und Antalya. Nun sollen Feriendörfer für diese spendable Klientel errichtet werden. Ein ehemaliger Tourismusminister dämpft allerdings die Erwartungen.

Die Tourismusflaute macht der Türkei schwer zu schaffen. Das beliebte Reiseland leidet unter den Terroranschlägen und der politischen Situation. Touristen weichen daher in andere Länder wie Spanien aus. Jetzt setzt das Land seine Hoffnungen verstärkt in arabische Touristen. Im vergangenen Jahr haben fast drei Millionen Araber die Türkei besucht. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat jetzt als Ziel zehn Millionen arabische Touristen ausgegeben.

Damit man dieses anspruchsvolle Vorhaben erreichen kann, sollen Feriendörfer in Antalya und Bursa errichtet werden. In diesen speziellen Dörfern soll es etwa Beduinenzelte, Moscheen und arabisches Essen, selbstverständlich halal geben, berichtet das Nachrichtenportal „Al Monitor“. Demnach hätten arabische Investoren auch an der Schwarzmeerküste Land gekauft, um Feriendörfer in Trabzon und Ordu zu bauen. Speziell vom Gesundheitstourismus erwarte die Türkei sehr viel. So sollen in dem Feriendorf in Bursa zahlreiche Thermalbäder arabische Touristen anlocken.

Die Araber gelten als spendabel, daher sind sie gern gesehene Gäste auch in Europa. Im Vergleich mit den Russen würden sie das Fünffache ausgeben, zitiert Al Monitor Fettah Tamince, den Vorstandsvorsitzenden der türkischen Luxus-Hotelkette Rixos.

Der ehemalige Tourismusminister Ahmet Tan warnt jedoch vor zu viel Euphorie. Es würde nach den deutschen, englischen und französischen Feriendörfern zwar Sinn machen, auch arabische Dörfer zu bauen, jedoch würden die arabischen Touristen, das Fernbleiben der Urlauber aus dem Westen nicht kompensieren. Wenn der Streit mit der EU weiter eskaliere, würden noch weniger Touristen in die Türkei kommen. „Das vergrößert das Tourismus-Trauma“, so Tan gegenüber Al Monitor.

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.