Warten auf den einheitlichen Halal-Standard

Norbert KahmannNorbert Kahmann, Symrise AG, wünscht sich ein einheitliches Format für die Halal-Zertifizierung. (Foto: Kemal Calik)

Es gibt weltweit sehr viele verschiedene Zertifizierungsstellen für Halal-Produkte. Das bedeutet für global aktive Unternehmen eine erhebliche Kraftanstrengung – finanziell und personell. Dennoch ist bisher kein einheitlicher Halal-Standard in Sicht.

„Die größte Herausforderung für einen Hersteller sind die verschiedenen Glaubensrichtungen und die vielen Zertifizierer“, sagte Norbert Kahmann vom Aromahersteller Symrise auf der vierten europäischen Halal-Konferenz in Köln.

Der Halal-Experte erwartet, dass die Anforderungen an Exporte in muslimisch dominierten Ländern in den kommenden Jahren weiter steigen werden. So habe Indonesien entschieden, dass ab 2019 alle Produkte Halal sein müssen. Bei tausenden von Zulieferern sei das für den globalen Hersteller für halal-zertifizierte Aromen eine enorme Kraftanstrengung.

Für Kahmann sind über 80 Prozent der Anforderungen für die Zertifizierung von Halal-Produkten weltweit gleich. „Bei den Details wird es jedoch schwieriger.“ Bei dem einen sei Ethanol erlaubt, andere würden den Einsatz verbieten. Auch gäbe es keine Einigung darüber, ob man mit Gas oder mit Strom betäuben darf. Ferner sei bei einer rituellen Verunreinigung die Einstufung als schwer, mittel oder leicht nicht klar.

Standardisierung: Türkei hat Schlüsselposition

„Halal-Produkte sollen auch in Zukunft bezahlbar sein“, betonte Kahmann. Daher setzt er sich für einen einheitlichen Halal-Standard ein. Das Türkische Normungsinstitut (TSE) hätte dabei eine Schlüsselposition und plädiert für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Organisationen und Unternehmen. Das Institut ist ein wichtiges Mitglied in der Normenorganisation, dem „Standards and Metrology Institute for Islamic Countries“ (SMIIC).

Unter dem Dach der größten muslimischen Vereinigung, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), setzt sich die Türkei stark für einen einheitlichen globalen Standard ein. Allerdings haben bisher nicht alle 56 OIC-Mitgliedstaaten den SMIIC-Standard akzeptiert.

Print Friendly

Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.