Zu wenig Firmen, die halal produzieren

ImbissEuropa braucht noch mehr Halal-Produzenten. (Foto: Kemal Calik)

Auf der dritten internationalen Halal Expo Europe in Eindhoven haben Aussteller ihre Produkte gezeigt. Einige Produzenten sind mit ihren Sortiment auch bei den deutschen Einzelhändlern gelistet, andere konzentrieren sich ausschließlich auf ethnische Supermärkte. 

Unter der Marke Mekkafood produziert Pure Ingredients tiefgekühlte Halal-Produkte für Deutschland und die Benelux-Staaten. Sie werden in sogenannten ethnischen Supermärkten, bei großen Einzelhändlern (Deutschland: u.a. Rewe, Edeka; Holland: u.a. Jumbo, Albert Heijn) und im GV-Bereich vekauft.

„Es gibt noch zu wenig Firmen, die halal produzieren“, nennt René van Appeldorn vom Tiefkühlproduzenten Pure Ingredients als Grund dafür, warum es nach wie vor zu wenig Halal-Produkte bei den klassischen Einzelhändlern gibt. Ihre Halal-Waren würden im deutschen Einzelhandel gelistet. Fragt der muslimische Verbraucher nach veganen oder Bio-Produkten nach? „Wir haben eine vegetarische türkische Pizza entwickelt“, sagt van Appeldorn. Sie sei die erste in Europa.

Heuschen & Schrouff vertreibt asiatische Marken in Westeuropa und verkauft diese in den Mainstream-Einzelhandel und der Gastronomie. Raymond Vanhingel von Heuschen & Schrouff kennt zwei Gründe, warum im Einzelhandel Halal-Produkte so rar sind: „Viele Verbraucher wissen nicht, dass die Lebensmittel aus Malaysia und Thailand halal sind“. „Und wenn es nicht die richtigen Produkte gibt, kommen die muslimischen Kunden nicht in den Supermarkt.“ Daher müssten die Einkäufer ein entsprechendes Halal-Warenangebot bereit halten.

Yetkin Konuk von Erciyes Halal ist dagegen, dass das Angebot an Halal-Waren bei den klassischen Einzelhändlern wächst. „Die ethischen Produzenten und Supermärkte verfügen inzwischen über eine bedeutende Wirtschaftskraft“, so Konuk. In den ethischen Lebensmittelgeschäften würden die Menschen aus Einwandererfamilien alles finden, das zu ihren Essgewohnheiten passe. Der Ausbau des Halal-Sortiments bei den großen Ketten würde den Ethnomärkten schaden.

 

 

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Über den Autor

Kemal Calik
Chefredakteur des globalen Online-Wirtschaftsmagazins HALAL-WELT. Für die Publikation schreibt er über Lebensmittel, Tourismus, Kosmetik, Finanzen und Digital Commerce. Er hat zuvor als Redakteur unter anderem für das "Börsenblatt", "Der Handel" und "CYbiz" gearbeitet.